Fraternité / Brüderlichkeit

Im Jahr 2018 haben fûnfzehn Gedenkstâtten, die fûr zahlreiche Lager des ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler auf beiden Rheinseiten stehen, gemeinsam das Europäische Kulturerbe-Siegel verliehen bekommen.

Um diese Auszeichnung festlich zu begehen und das Ntzwerk der Lager und Gedenkstätten sichtbar zu machen, haben sie ein groSS angelegtes Kunstprojekt ins Werk gesetzt. Begleitend dazu wurde ein pädagogischez Projekt zur Kunst der Erinnerung initiiert, an welchem dreizehn Schulen auf beiden Seiten des Rheins beteiligt sin.

Zwei Jahre lang werden die sechzehn Gemälde von sechzehn französisch-deutschen Künstlerduetten in den fünfzehn Erinnerungsorten auf beiden Seiten des Rheins gezeigt werden.

Brochure

 

Die Kunstler:

Didier Guth / Eva Schaeuble:

Ein abstrakter Künstler, eine figurative Künstlerin. Ihre Realisation wird durch feine Abgrenzungen, durch Ummalen jedes figurativen Elementes, und durch die sich ergänzenden Farben bestimmt. Von ihren leuchtenden Farben heben sich Figuren wie notwendige Schatten ab. Brüderlichkeit = ein erfolgreiches Treffen.

Ann Loubert / Johannes Mundinger :

Ihre Realisation zeigt einen aufgeteilten Raum, strukturiert und dynamisch. Selbst aus dem Hintergrund entspringende Barrieren, bremsen den Leitfaden nicht. Spuren, Formen, Figuren und Farben weisen Lücken auf. Eine andere Idee der Öffnung, ein Augenschmaus. Brüderlichkeit = Übergang und Translation.

Elham Etemadi / Gabi Streile: 

Breite, dicke Striche von Gabi Streile, luftigere Farbgebung und weiße Zeichnung von Elham Etemadi: ihre beiden Malarten sprudeln vor Freude und Energie über. Ihre gemeinsame Farbpalette zeigt ihren starken Willen sich auszutauschen, mit gewissen Einschränkungen. Ihre Gesten feiern das Leben, lassen die Formen vibrieren, die anfangen zu spielen. Brüderlichkeit = ein Paradies der Formen und Farben.

Jean-Baptiste Defrance / Wolfgang Ebert:

Bei diesem Duo mischen sich die Eingriffe, sie widersprechen und ergänzen sich, bis sich eine Struktur abgerundeter Ecken aufdrängt und an einen Verhandlungstisch einlädt. Kolorierte Grautöne sind hier Materie und Symbol des Austauschs. Brüderlichkeit = Verhandlungsstoff.

Sylvie Villaume / Walter Jung: 

Die große Form im Zentrum dieses Bildes ist, je nach Empfinden des Betrachters, leicht oder schwer. Je nachdem, ob sie Knochen oder Wolke ist, drängt sie uns, als Knochen, ihre konzentrierte Energie auf, oder schwebt, als Wolke, über einem bunten Schachbrettmuster, einer Picknickdecke ähnelnd. Hier heben sich die Formen ab und ergeben eine klare Linie. Brüderlichkeit = Absichten neu definieren.

Louis Danicher / Mike Überall:

Ihr Bild zeigt uns eine bewaldete Landschaft, die ihre Geheimnisse tief in ihrer bildlichen Wildnis verbirgt. Wie ein Bindestrich unterstreicht Weiß stellenweise die lebhaften Farben. Brüderlichkeit = Vereinigung von Energie.

Christiane Bricka / Werner Schmidt: 

Auf die gleiche Landschaft malend, ihre Farben und Gesten nur wenig variierend, hat sich ihre Sensibilität abgestimmt, um ausholende Streifen und kleine Gesten sowie starke Gesten und feine Striche zum Vibrieren bringen. Brüderlichkeit = eine Landschaft für zwei.

Haleh Zahedi / Rainer Braxmaier:

In ihrer Malerei wirken die Figuren ein bisschen wie Vögel, und das Boot, in dem sie sitzen, navigiert und sinkt zugleich. Ihr dezent schwarzer Humor drückt die tragikomische Komplexität der Existenz aus. Brüderlichkeit = Platz für die Verletzlichkeit des anderen.

Jacques Thomann / Jost Schneider:

Eine Landschaft lebhafter Eingriffe, von jedem einzeln, oder von beiden gemeinsam, sowohl Spaß als auch Konzentration beim Malen ausdrückend. Brüderlichkeit = Teilen, ohne darüber zu diskutieren.

Germain Roesz / Sabine Brand Scheffel:

Die Tiefe und die Klarheit der Farben, mit denen beide gern arbeiten, erzeugt in ihrem Duo eine frühlingshafte Frische. Sie setzen Farbschichten (Abstraktion) und präzise Gesten (Andeutung von Formen) übereinander. Brüderlichkeit = Auf dass sie hell und strahlend sei!